Klarheit

Es muss eindeutig und für jedermann verständlich sein, in welcher Weise der Wert ermittelt wird, welche Theorie dahinter steht und was die angewendeten Formeln zum Ausdruck bringen sollen. In der Regel ist der Verkehrswert maßgeblich, d. h. der Wert, der bei einer Veräußerung unter gewöhnlichen Umständen zu erzielen wäre. Basis für die Schätzung des Verkehrswerts könnten die realisierten Kaufpreise für vergleichbare Praxen an vergleichbaren Standorten sein; wegen des heterogenen Marktes und der allgemein üblichen Verschwiegenheit steht das relevante Datenmaterial aber meist nicht zur Verfügung.

 

Ersatzweise lässt sich der Verkehrswert mit allgemeinen „Erfahrungswerten“ schätzen, deren Quelle mit Ort und Datum anzugeben ist.

Man kann aber den Verkehrswert auch über eine Ertragswertberechnung schätzen, indem geprüft wird, was ein potentieller Käufer im Rahmen eines Investitionsvergleichs sinnvollerweise für die Praxis bezahlen könnte. Berechnet werden kann der geldwerte Vorteil, den die Praxisübernahme im Vergleich zu einer Neugründung oder im Vergleich zu einer abhängigen Arzttätigkeit bietet.

 

Der Auftraggeber muss nachvollziehen können, was der berechnete Gutachtenwert zum Ausdruck bringen soll. Wertermittlungen auf der Basis von Leerformeln, d. h. von Formeln, deren Zusammensetzung nicht erklärt werden kann, verstoßen gegen das Gebot der Klarheit.